Reisetagebuch Vereinigte Arabische Emirate, Dubai, 2001


Der Tag davor: Vor dem Abreisetag wird erst mal der Koffer gepackt, alle Reiseunterlagen zusammengesucht, diverse Akkus aufgeladen und die Batchzeit der uucp-packete auf 1 mal täglich umgestellt, damit später nicht so lang gepollt werden muss. Das Urlaubs-Mail-Konto wird aktiviert, alle wichtigen Mails darauf umgeleitet. Was ist schon Urlaub ohne eMail?

Tag 1, 19.06.01
Aufstehen um 7:20, duschen anziehen und das letzte Mal Mails abrufen. Koffer auf die Waage und hoffen, dass die 22 Kilo Klamotten und 15 Kilo Technik ins Flugzeug dürfen und die Reise gut überstehen.

9:00 Uhr, Flughafen Dortmund
Kleine Probleme mit dem Gepäck beim Einchecken. Das so freundliche Bodenpersonal beim Check-In kann mal wieder die Geräte nicht bedienen, nicht rechnen und ist eigentlich Fehl am Platz, Servicewüste Deutschland. Keine Zeit zum ausdiskutieren, da die Schlange immer länger wird und der Urlaub schliesslich grad erst anfängt. Also mit viel zu viel Zeug in die kleine Maschine, die uns nach Frankfurt bringt.

11:00 Uhr, Flughafen Frankfurt
Es gibt doch noch nettes und kompetentes Bodenpersonal. Der 2. Versuch das restliche Gepäck aufzugeben glückt und kostet nicht 500 DM. 2. Problem mit dem Handgepäck. Seit einiger Zeit wird das Gepäck vor der Sicherheitskontrolle auf seine Maße geprüft. Der extra für diesen Zweck angeschaffte Trolley passt aber durch. Nun steht der 2. Etappe nichts mehr im Weg.

12:45 Uhr, Flughafenbus
Der letzte Bus bringt uns zum Flugzeug. Eine Flughafenrundfahrt inbegriffen. Das erste Mal seit langer Zeit darf ich mal wieder hinten ins Flugzeug rein. Kein Gedränge im Gang, kein lästiges Warten. Sitzplatz suchen, der vorausschauend reserviert war, Gepäck ins Gepäckfach und hingesetzt. Glücklicherweise ist die Maschine nur halb voll, oder halb leer, wie man's nimmt.

13:30 Uhr, Flugzeug
Das Verladen des Gepäcks dauert länger als das der Passagiere. Wir starten aber kurz danach. Erstmal lecker Snacks und ne Cola genehmigen, dann warten auf das Mittagessen. Ein Blick in das Bord-Magazin enttäuscht, kommt doch ein Film, den ich schon im Kino gesehen habe. Egal, ich nutze mal spontan die Zeit und fang mit dem Reisebericht an.

17:00 Uhr, Flugzeug
Der Film ist um, Halbzeit, irgendwo zwischen der Türkei und dem Irak. Ich stell schon mal die andere Zeitzone im Laptop ein. Man hat ja sonst nichts zu tun. Die Mails, die ich in Frankfurt per Handyeinwahl bei PING geholt habe werden durchgelesen und die eine oder andere schon mal beantwortet. Hoffentlich geht das international Roaming in Dubai, damit die Mails dort wegkönnen. Zur Zeit laufen Cartoons im Bordprogramm. Die Einreisekarte für Dubai muss ausgefüllt werden. Keine Ahnung wie das nun wieder geht. Ich fülle mal das aus, was ich weiß, den Rest lass ich mal frei. 2 Reihen hinter mir schnarcht ein Fluggast so laut, dass ich es trotz Kopfhörer noch hören kann, na dann mal gute Nacht.

18:00 Uhr, Flugzeug
Die Akkus des Laptops geben auf, es ist aber nicht mehr weit. Noch 2 Stunden dann sind wir da.

21:30 Uhr, Landung in Dubai
Nach 6 Stunden landen wir pünktlich auf dem Flughafen in Dubai. Außentemperatur 31 Grad Celsius. Endlich richtig warm.
Auf dem Weg zur Passkontrolle empfängt uns die örtliche Reiseleitung. Nach der Passkontrolle sind auch die Koffer schnell da und wir begeben uns zum Minibus, der uns in unser Hotel bringt. Auf der 35minütigen Fahrt zum Hotel Jebel Ali kommen wir am berühmten 7-Sterne-Hotel Burj Al Arab vorbei, dessen Anblick uns einige Kilometer verfolgt. Unser Hotel liegt hinter dem Freihafen Dubais direkt am Strand. Da es schon dunkel ist, sieht man nicht viel. 2 Pagen reissen unsere Koffer aus dem Kleinbus. Wir sind auf dem Weg zur Reception. Man merkt, dass das Hotel unte deutscher Leitung ist. Alles ordentlich und viele deutschprachige Angestellten. Auch die Hinweise sind teilweise in deutsch.

23:00 Uhr, Hotelzimmer Nr. 152
Unser Zimmer, Golf View, liegt nach hinten raus im 1. Stockwerk. Nicht zu klein, aber auch nicht übertrieben groß. 2 Telefone und ein Fernseher mit Minibar darunter. Also nix wie die Koffer ausgepackt und ins Bett. Morgen ist ja auch noch ein Tag.

24:00 Uhr, Mein Geburtstag
Ach ja, ich hab auch noch Geburtstag, 2 Stunden eher als sonst. Egal, kann man nichts machen, nächstes Jahr wird er dann eben 2 Stunden später gefeiert.

2. Tag, 20.06.2001
Es ist 8:00 Uhr, der Wecker klingelt. Ich bin 30 und deshalb darf ich länger liegen bleiben. Man ist ja nicht mehr der jüngste.

9:15 Uhr, Hotelzimmer
Also dann doch aufstehen, schliesslich ist das Frühstück im Reisepreis enthalten und schlafen kann man später immer noch. Kurz unter die Dusche zum Wachwerden. Ich dreh das kalte Wasser auf, aber nix, kein kaltes Wasser. Es ist warm. Kaltes Wasser gibt es hier nur im Kühlschrank. Nun ja, kann man nichts machen. Wach wird man dann spätestens beim Kaffee.

9:40 Uhr, Lobby
Wo ist der Frühstücksraum? Die erste offenen Tür mit dem Schild "Breakfast Buffet" daneben ist die erste und richtige Wahl. Ein Tisch ist auch noch frei, sehr gut. Bis 10:30 Uhr kann man hier essen und trinken.
Mein Standard-Urlaubs-Frühstück, jedenfalls ausserhalb Deutschland, besteht aus Kaffee, Orangensaft und Rührei mit Speck und Käse. Dazu einmal alles was es in der Reihe "warme silberne Behälter" gibt. Würstchen, Bacon und Hamburger.
Nach 3 Tassen Kaffee ist der erste Gang aufgegessen und ich mache mich an die Buffet-Ecke mit "oriental specialities". Irgendein weisses Cremzeug landet auf dem Teller, dazu Fladenbrot, Oliven und diverses Gemüse zum Dippen. Schmeckt!

11:00 Uhr, Rundgang
Wir wagen es und verlassen das klimatisierte Hotel. Wir wollen uns die nähere Umgebung ansehen. Bei 34 Grad im Schatten eine schweisstreibende Angelegenheit. Egal da müssen wir durch, sonst können wir uns später nicht orientieren. Erstes Ziel der Yachthafen, der direkt am Hotel liegt. Einmal hin und zurück und die Klamotten sind nass. Weiter geht es zum Strand und zurück durch die Poollandschaft wieder ins Hotel, hinauf ins Zimmer und die Strandsachen eingepackt.

12:00 Uhr, Strandwiese
Vor dem breiten weissen Sandstrand befindet sich ein großen Rasenstück mit einigen Palmen. Darunter viele freie Liegen. Die Strandtücher gibt es am Ausgang kostenlos. Klamotten aus und erst mal in den Schatten gelegt. Jetzt ein wenig schlafen.

13:30 Uhr, Persischer Golf
Nachdem das Handtuch nun schön druchgeschwitzt ist, machen wir uns auf den Weg zum Meer. Abkühlung? Nein, ist auch 31 Grad warm, aber eben nass. 2 Meter hohe Wellen und klares Wasser machen das Badevergnügen komplett. Nach 1 Stunde sind wir kaputt wie hundert Mann und beschliessen bis zur Ankunft der örtlichen Reiseleitung dem Schatten unserer persönlichen Palme nachzuwandern.

18:00 Uhr, Hotelzimmer
Immer noch kaputt vom Nichtstun entscheiden wir uns, heute Abend das Zimmer mal nicht zu verlassen, sondern uns einen schönen Abend auf demselben zu machen. Erstmal den Roomservice anrufen und eine Kleinigkeit zu Essen bestellen. Geht ganz einfach, da eine Karte vorhanden ist und auf dem Telefon ein extra Knopf. 15 Minuten später ist das Essen da. Die gekühle Diet Coke aus der Minibar macht das Abendessen komplett.

19:00 Uhr, Hotelzimmer
Es klingelt! Wer mag das sein? Es ist ein Zimmerkellner mit einer Torte. Für mich! Sehr aufmerksam das Managment. Sofort wird ein Tee gemacht und der Kuchen wird angeschnitten.

20:00 Uhr, Hotelzimmer
Nach einem hervorangendem Mahl (Pommes und Sandwiches) brauchen wir etwas Zerstreuung. Da bietet sich spontan der Fernseher an. Auch mein im Ausland bevorzugter Comic-Kanal ist hier zu empfangen. Freu! Meine bessere Hälfte mein aber, dass das ja doof sei und kramt interessante Dinge aus ihrem Koffer, die zugegeben an Ihr besser aussehen als Zeichentrickfiguren. Ich lass mich also überreden und ich weiss gar nicht mehr so genau, wer den Fernseher ausgemacht hat und warum! Jedenfalls war selbst die 30 Grad warme Dusche eine Abkühlung, irgendwann an diesem Abend....

3. Tag, 21.06.2001
9:00 Uhr, Hotelzimmer
Frisch wie der junge Morgen springen wir aus dem Bett und begeben uns routinemäßig zum Frühstücksraum. Danach zum Strand und abwechselnd ins Meer und in den Pool. So einen Tag muss man schon rumkriegen...

17:00 Uhr, Strand
Nach einem anstrengenden Strandtag müssen wir nun mal wieder was richtiges essen und entscheiden uns, am Abend eins von den geöffneten Restaurants zu testen. Im Restaurant, in dem Morgens das Frühstücksbuffet angeboten wird, ist abends immer ein Themenabend. Also nichts wie ausprobiert. Die Strandkleidung abgelegt, geduscht und runter ins Restaurant.

19:00 Uhr, Restaurant
"Bon Soir" heißt es am Eingang. Aha, also französicher Abend (fängt ja schon gut an). Zuerst machen wir uns 2 Mal über die Vorspeisen her: Lachs, geräuchert und gegrillt, geräucherter Aal, Gänseleberpastete, Krabben, Hummerschwänze und Salate. Danach zum Hauptgericht. Gegrilltes Steak (sehr übersichtlich), überbackene Schnecken (mein erstes Mal), exzellenter Reis und knackiges Gemüse. Als Nachtisch Roquefort und Brie zum Reinsetzen. Auf die sicherlich gute Weinkarte haben wir mal aus Kostengründen verzichtet, da das Buffetabendessen schon 120 DM pro Person gekostet hat. Die Diet-Coke in der Minibar löscht auch den Durst.

22:00 Uhr, Hotelzimmer
Das teuerste Essen war ich bisher hatte, nur kann man leider nichts mitnehmen. Es ist außerdem auch schon fast wieder Schlafenszeit, dennoch entschließen wir uns noch mal kurz nach den anderen Restaurants zu sehen. Wir bemerken, dass es zwar noch andere gibt, diese aber geschlossen sind. Einzig ein Restaurant im Nebenhaus und das in der Sports-Bar könnte uns noch mit Essen verpflegen. Auf einem Wochenplan steht auch noch, was für Spezialitäten-Abende es noch geben wird und dass in der Sports-Bar zwischen 22:00 Uhr und 23:00 Uhr Happy-Hour ist, auch für Pitcher of Beer. Also dann, nix wie hin.

22:15 Uhr, Sports-Bar
Nette angenehme Atmosphäre hier. 3 Engländer (ziemlich dicke :)) spielen Billard. Es laufen ca. 5 Fernseher und die Preise sind recht angenehm. Ich bin schon groß und darf mir einen Pitcher of Beer (Carlsberg) bestellen. Meine Freunding erhält einen Singapur Sling, der aber weder farblich noch geschmacklich einem richtigen nahe kommt. Aber eben viel Alkohol in sich hat. Leicht bedüdelt machen wir uns um 00:15 Uhr als Letze auf den Weg in unser Hotelzimmer und schlafen unseren Rausch aus.

4. Tag, 22.06.2001
Der Tag beginnt wie jeder andere bisher auch und endet in der Sports-Bar, allerdings früher und diesmal mit einem richtigen Essen. Preiswert und lecker, hier kann man es aushalten. Diesmal gehen wir auch früher, denn die Bar macht eigentlich um 23:30 Uhr zu.

5. Tag, 23.06.2001
Wie immer klingelt der Wecker um 9:00 Uhr. Wie schleppen uns aus dem Bett ins Bad und nach der Morgenwäsche runter zum Frühstücksbuffet. Heute Nachmittag geht dann die Wüstentour los, die wir vor ein paar Tagen gebucht haben. Normalerweise bin ich gegen organisierte Ausflüge, aber zum einen kostest ein Geländewagen drei mal so viel wie ein normaler Mietwagen, so um die 300 bis 400 DM und zum anderen kennt man sich in der Wüste nicht so aus. Wie sich später auch herausstellen soll, ist es gar nicht so ungefährlich, sich allein in die Wüste zu wagen. Abgesehen davon weiss man auch nicht, wie man die Dünen richtig zu nehmen hat.

11:00 Uhr, Strand
Unsere Palme ist noch frei. Die nehmen wir mal wieder und schaffen noch 2 Sonnenschirme ran. Es ist mal Zeit für eine Temperaturmessung. Der Tauchcomputer bietet dies sowohl an Land als auch im Wasser an. Nach 1 Stunde im Schatten zeigt das Gerät 36 Grad an. Mal sehen, wie warm das Meer ist. Als nichts wie rein in den Persischen Golf und ein wenig mit den Wellen gespielt. Nach 20 Minuten zeigt der Computer immer noch 34 Grad an. Badewanne! Abkühlung gibt es nur an der Bar oder im Pool, der immerhin noch 30 Grad "kaltes" Wasser beinhaltet.



15:30 Uhr, Hotelzimmer
Aufgrund der nachlassenden Batterie in der Uhr müssen wir uns ein wenig beeilen, da wir schon um 15:45 Uhr vom Veranstalter abgeholt werden.

15:45 Uhr, Hotellobby
Der Geländewagen steht vor der Tür und 3 Mann warten auf uns. Nichts wie rein in die klimatisierte Karre und das Wüstenabenteuer kann beginnen. Nach ca. 1 Stunde fahrt kommen wir an den Treffpunkt. 10 bis 15 Fahrzeuge fahren normalerweise diese Tour, aber nicht am Samstag wie es scheint. 2 weitere Fahrzeuge halten an und nach 20 Minuten geht es los in die Wüste.

17:15 Uhr, Mitten in der Wüste
Wir befinden uns ca. 1 1/2 Stunden von Dubai entfernt in der Wüste. Die Fahrt mit dem Geländewagen und einem fähigen Fahrer in den Dünen macht Spaß. Wo man nicht mal zu Fuß hergehen würde, fährt der Kerl mit dem Geländewagen her. Das der Wagen auch noch stoppt, wenn es an der Kante der Düne steht und er auf die Bremse tritt, verwundert ein wenig, aber nicht lang genug, denn schon geht es bergab. Es scheint nicht nur uns Spaß zu machen, sondern dem Fahrer auch. Wir sind der mittlere Wagen in der Kolonne und unser Fahrer nimmt immer die steilste und schrägste Düne, die er finden kann. Da wo die anderen waren ist es ja langweilig. Wir machen eine kurze Pause und trinken und fotografieren. Danach geht es weiter zur Kamelfarm.



17:45 Uhr, Kamelfarm
Wie auch immer wir zu dieser Farm gekommen sind, wir sind da. Hier laufen ca. 40 Kamele rum, mehr oder weniger. Einige stehen oder liegen. Mit kommt gleich der Gedanke an die verschiedenen Werbeplakate einer Zigarettenmarke. Eigentlich sind es ja Dromedare mit einem Höcker und keine Kamele, aber auf englisch heißen die nun mal "camels". Egal sind es eben Camele!



18:15 Uhr, Wüste
Wir verlassen die Kamelfarm und kreuzen noch kurz die Teerstraße um auf die andere Seit zu kommen. Hier geht es dann weiter zum B-B-Q-Platz. Ich vermute mal eine für Touristen gemachte Veranstaltung mit Kamelreiten, Bauchtanz und Hennamalereien. Wahrscheinlich kann man auch "echte arabische Handwerkskunst" kaufen.

18:30 Uhr, B-B-Q-Platz
Nach einer weiteren Dünenfahrt und der nicht geplanten im-Sand-steckenbleiben-Aktion sind wir da. Sofort fällt der Beduine mit Kamel auf. Hier können wir dann also auf dem Kamel reiten. Alle sofort rauf aus Kamel und einmal im Kreis "geritten". Danke, ohne mich, nachher weiß man wieder nicht, wer das Kamel ist auf dem Bild. Da war die Rettungsaktion des im Sand steckengeblieben Geländewagens doch interessanter, jedenfalls für mich. Ich bin ja auch nicht geritten.... Dann darf man noch den Abhang zum Platz sandboarden. Gut, ich geh dann zu Fuss und trink erst mal einen wirkliche echten arabischen Kaffee. Wasserpfeife umgehe ich mal und warte spontan auf das Essen, während die Begleiter die Videofilme und Digitalfotos auf 4 Fernsehern auf uns wirken lassen. War ein Trugschluss, anzunehmen, dass dies im Presi inbegriffen war. 20 harte US-Dollar wollen die dafür. Weshalb hab ich eigentlich die Digicam und die Videokamera mitgenommen? Eben um nicht 20 Dollar auszugeben. Die Bilder auf denen wir zu sehen sind, sind eh nicht toll, da ich entweder gerade Filme oder Claudia gerade Fotografiert, außerdem wird das geknipse und gefilme langsam nervig.
Dann gibt es was zu essen und zu trinken. Ich fiebere dem Bauchtanz entgegen, wahrscheinlich dürfen wir auch gleich mitmachen, mit dem Bauch.....

19:30 Uhr, Bauchtanz
Eine nette junge Dame erscheint auf dem Tanzplatz in der Mitte des Camps und ich sitze dummerweise direkt vor einer 5000-Watt-Box. Nach 6 arabischen Liedern bin ich taub und wahre meine Würde indem ich mich weigere wie ein Idiot neben der Bauchtänzerin rumzuhampeln. Was jedoch den anwesenden Japaner und die anderen Gäste nicht weiter stört. Ich bin froh, als die Musik verstummt und uns unser Fahrer, der übrigens die Tour nach eigener Aussage zum ersten Mal fährt, zurück ins Hotel bringt.

22:00 Uhr, Sports-Bar
Nach dem ganzen Sand schreit es direkt nach einem Pitcher kaltem Bier, den man währen der Happy-Hour in der Sports-Bar am Yachthafen recht preiswert in sich reinschütten kann. Im großen und ganzen hat sich der Ausflug schon wegen der Wüstensafari gelohnt. Das anschließende Programm ist Geschmacksache und hätte meinetwegen nicht sein müssen. Gekostet hat der ganze Spaß 235 Dh pro Person, was ca. 150 DM entspricht.

23:30 Uhr, Hotelzimmer
Wieder mal die letzten in der Bar gewesen. Egal, was sein muss, muss sein. Noch ein wenig Fernsehen und dann bei angenehmen 23 Grad schlafen. Morgen ist auch noch ein Tag.

6. Tag, 24.06.2001
Wie immer beginnt der Tag routinemäßig, aufstehen, frühstücken und zum Strand. Wobei der Service im Beköstigungsbereich nachlässt. Unser Zimmermädchen, ein Junge, legt sich dafür richtig ins Zeug, hat er doch schon das erste Trinkgeld erhalten.
Wir haben uns entschlossen mit dem kostenlosen Bus vom Hotel nach Dubai zu fahren. Vielleicht sieht man ja was und beim ersten Halt an einem Einkaufszentrum kann man sicherlich auch was einkaufen und was essen.

15:50 Uhr, Hotellobby
Wir sind nicht die einzigen, die in die Stadt wollen. Gut nur, dass der Bus groß genug ist und wir alle reinpassen. Erster am Bus heißt auch erste Reihe im Bus, was nicht immer das Beste ist. Der Busfahrer scheint gerade erst seinen Führerschein gemacht zu haben, wirkt sichtlich nervös und muss beim Hoch- und runterschalten nachdenken. Nicht zuletzt das Handy auf dem Tacho, dass auch noch klingelt und bedient wird, macht die 30 Kilometer lange Fahrt sehr interessant. Gut, dass es noch hell ist und die Autobahn hier 4-spurig ist und es eigentlich immer geradeaus geht.

17:00 Uhr, Einkaufszentrum
Man darf 120 km/h fahren, obwohl der Busfahrer es versucht hat, klappte es nicht ganz. Über 110 kamen wir nie und das nur wegen der anderen Autofahrer. Trotz Klimaanlage steigen wir schweissnaß aus dem Bus und flüchten ins Einkaufszentrum. Nach 1 1/2 Stunden kenne ich jedes Geschäft, auch alle 6 Schuhläden. Wir entschließen uns, in der 3. Etage eine Kleinigkeit zu essen und danach mal kurz durch die City zu bummeln.

19 Uhr, City, draußen
Immer noch 34 Grad, kein Wind und irgendwie nichts interessantes zu sehen. Wir latschen also in der Hitze durch eine völlig unbekannte Stadt. Kaum ein Mensch ist auf der Straße. Sehr schlau, denn in einem klimatisierten Taxi ist die Stadtbesichtigung sicherlich angenehmer. Wir laufen kurz im Kreis und landen wieder am Einkaufszentrum. Dort setzen wir uns in ein Cafe und bestellen 2 Eiskaffees. Anschließend geht es wieder in die dritte Etage und wir probieren mal die anderen Spezialitäten, die hier geboten werden aus.

21:00 Uhr, City
Der Bus muss ja gleich kommen, hoffentlich ein anderer Fahrer.... Wir warten ca. 20 Minuten in der Hitze bis der Bus dann endlich kommt. Gott sei Dank, ein anderer Fahrer. Dieser bringt uns in der gleichen Zeit, aber deutlich komfortabler zurück ins Hotel. Diesmal bleiben wir im Zimmer. Für heute reicht es. Morgen wollen wir dann eine kurze Erholungspause einlegen und dann 2 Tage mit dem Mietwagen das Land auf eigenen Faust erkunden.



7. Tag, 25.06.2001
Ein ganz normaler Tag. Heute wollen wir uns schon mal um den Mietwagen kümmern, damit es morgen dann ganz früh losgehen kann.

10:00 Uhr, Hotelloby
In der Lobby befindet sich ein Autovermieter, allerdings nur morgens. Also nix wie hin nach dem Frühstück. Mit Kreditkarte und Führerschein in der Hand begeben wir uns zu seinem Schreibtisch. Erstes Problem, der Mann scheint überfordert zu sein, mit dem was wir wollen, nämlich ein Auto mieten. Er weiss nicht, ob er telefonieren oder mit uns sprechen soll. Er entscheidet sich dann doch mit uns zu sprechen. Zweites Problem, er kann uns keinen kleinen Wagen vermieten, weil es anscheinend keine gibt, obwohl diese in der Preisliste aufgeführt sind. Egal, er meint er würde es versuchen und uns am Abend eine Nachricht hinterlassen. Morgen früh sollten wir dann mit Führerschein und Kreditkarte bei ihm erscheinen. Nun gut, verbringen wir also noch einen Tag am Strand. Heute abend ist Arabische Nacht beim Abendessen. Wir wollen dies mal testen, trotz des hohen Preises.

20:00 Uhr, Abendessen
Wir betreten den Speisesaal und werden an einen Tisch gebracht. Auch diesmal verzichten wir auf alkoholische Getränke und ordern ein großes Wasser. Nun denn, auf zum Buffet. Auf der Vorspeisen-Seite befinden sich viele Töpfe mit cremeartigem Inhalt. Ich nehme mal spontan von allen einen Löffel voll und lege dazu ein paar Scheiben Fladenbrot auf den Teller. Schmeckt sehr gut. Viel nach Käse. Danach zu den Spezialitäten. Hierzu zählt Kofta, eine Art Frikadelle nur lang wie eine Wurst. Noch ein paar andere Kleinigkeiten, wie z.B. eine Art Döner, nur geschlossen und ich bin satt. Den Nachtisch lasse ich auch diesmal aus.
Alles in allem recht gut, allerdings ist auch hier der Preis von über 100 DM pro Person zu hoch. Das französische Essen war da schon besser.

22:00 Uhr, Sportsbar
Wie immer ordern wir einen Pitcher Bier um den Durst zu stillen und um 23:30 Uhr ist auch hier wieder Schicht. Morgen müssen wir eh früh raus, obwohl wir noch keine Nachricht vom Autovermieter erhalten haben, auch nicht als wir später ins Zimmer kommen.

8. Tag, 26.06.2001
Wir stehen dann doch nicht so früh auf, weil ja wohl kein Auto für uns da ist. Nach dem Frühstück gehen wir zum Autovermieter und fragen nach, wo denn das Problem liegt und warum er uns denn keine Nachricht hinterlassen hat. Er meint, dass er "very buisy" war und uns leider kein "small car" geben kann. Ob wir denn noch ein Auto haben wollten jetzt? Ja sicher wollen wir ein Auto haben und zwar "as soon as possible". Er telefoniert rum und verspricht uns, um 12:00 Uhr ein Auto zu geben. Gut, wir geben noch mal auf Zimmer und packen alles ein, was wir für den Tag brauchen.

12:30 Uhr, Parkplatz
Wir bekommen dann doch noch unser Auto und 20% Rabatt. Es ist heiss, aber der Honda Accord hat eine Klimaanlage. Also auf volle Pulle und nix wie los. Der Tag ist ja schon fast rum. Wir haben uns für diesen halben Tag vorgenommen, zum Hard Rock Cafe zu fahren, das auf dem Weg liegt. Anschließend zum Burj Al Arab, dem einzigen 7-Sterne-Hotel der Welt (kennt man vielleicht aus dem Fernsehen). Danach wollten wir nach Hatta und Jeema, die ca. 140 km von Dubai entfernt im Landesinneren liegen. Wenn noch Zeit ist, wollen wir versuchen, in den Oman zu fahren, der gleich hinter Jeema anfängt.



Das Burj Al Arab, der Wasserpark Wild Wadi und da Jumeirah Beach Hotel liegen an der selben Stelle. Wir suchen und in der Mittagshitze die besten Fotoplätze aus. Leider ist die Luft nicht so klar und die ersten Fotos werden nicht sehr gut. Wir kommen aber noch mal wieder und die Luft ist klar:



Nachmittags
Hatta und Jeema sind nicht so wie erwartet. Die Jeema-Pools finden wir nicht und sonst gibt es hier auch nichts interessantes. In den Oman könnten wir, wenn wir genug Geld hätten. 175 Dhiram für einen Tag besuchen will der Grenzbeamte. Das ist uns zu viel und außerdem haben wir eh nicht genug Geld. Aber im Oman waren wir trotzdem, weil die Strasse nach Hatta kurz durch den Oman führt:



Von der Grenze zum Oman aus fahren wir in den Norden nach Sharjah um von dort aus wieder nach Dubai zu kommen. Dubai und Sharjah sind nur ein paar Kilometer auseinander, man merkt es eigentlich nicht, dass man in einem anderen Emirat ist. Auf dem Rückweg steuern wir das größte Einkaufszentrum, das Deira City Centre an. Hier bekommt man alles und essen kann man hier auch gut und günstig. Ausreichend Parkplätze gibt es im Parkhaus auch.

21:00 Uhr, Deira City Centre
Eigentlich bin ich es schon gewohnt, Männer in ihren weissen Kutten und die Frauen in Schwarz zu sehen, doch ab und zu erschrecke ich doch noch, wenn 2 bis 3 Frauen, total in Schwarz verhüllt mit nur einem Augenschlitz an mir vorbeilaufen. Ich muss immer sofort an Ninja denken. Nachdem wir ein paar Getränke im Supermarkt eingekauft und eine Kleinigkeit gegessen haben, machen wir uns auf den Rückweg zu unserem Hotel, nicht ohne eine Stopp am beleuchteten Burj Al Arab einzulegen:



9. Tag, 27.06.2001
Heute haben wir einen ganzen Tag, um durch die Emirate zu fahren. Erstes Ziel für heute ist das Nachbaremirat Abu Dhabi. Dies liegt ca. 120 KM von unserem Hotel entfernt in Richtung Süden. Die gut ausgebaute 4spurige Autobahn führt direkt auf die Prachtstrasse der Stadt. Leider ist am Tag davor der Strom in Teilen der Stadt ausgefallen, so daß es keine Ampeln mehr gibt. Dies führt an den großen Kreuzungen zu Chaos, trotz der Polizisten, die den Verkehr regeln.



Egal, wir wuseln uns durch. Hauptsache ist, man paßt sich der Fahrweise der Einheimischen an, um nicht aufzufallen. Wir laufen mal wieder mitten in der Mittagshitze durch die Stadt und versuchen einige schöne Fotopoints zu erreichen. Nach einiger Zeit haben wir dann genug und machen uns auf zur Oase namens Al Ain, auch Gartenstadt genannt.
Nach ca. 1 Stunde fahrt erreichen wir Al Ain. Hier ist nichts los, alles scheint ausgestorben zu sein. Eine Oase hatte ich mir anders vorgestellt, denn dies hier ist eine Stadt. Wie alle anderen Oasen hier auch. Im Reiseführer ist eine Quelle beschrieben, die einen See erzeugt hat, am Fuße eines Berges, auf dem sich ein Sohn des Sultans einen Palast erbaut hat. Wir finden die Quelle, aber eigentlich ist es auch nur ein Park mit einem kleinen Teich, der nicht viel Wasser beinhaltet, also machen wir uns auf, den Berg hinaufzufahren.
In 1000 Meter Höhe ist es angenehmer, nicht so warm wir machen ein paar Fotos und verlassen den Berg wieder, vorbei an einem gerade noch im Bau befindlichen Hotel.
Wir beschliessen von Al Ain aus zurück durch die Wüste nach Dubai zu fahren, wobei Wüste hier auch relativ ist, denn die großen Städte sind durch gut ausgebaute Teerstrassen miteinander verbunden. Die Nachts auch noch beleutet sind und begrünt mit Bäumen und Rasen. Wir finden jedoch noch eine Stelle, wo man direkt in die Wüste fahren kann.



Nach dem kurzen Trip in die Wüste zu echten freilebenden Kamelen (siehe linkes Bild im Hintergrund) machen wir uns auf nach Dubai ins Deira City Centre. Wir müssen schliesslich noch Getränke kaufen und etwas essen.
Um 21:30 machen wir uns dann auf den Rückweg in unser Hotel. Die Fahrt dauert fast eine Stunde und morgen müssen wir wieder früh raus, da wir den letzen Mietwagentag noch ausnuzten wollen.

10. Tag, 28.06.2001

Mietwagentour in den Norden ins Emirat Ras Al Khaimah.

11. Tag, 29.06.2001

Strand

12. Tag, 30.06.2001

Strand

13. Tag, 01.07.2001

Strand und Besichtigung Gold- und Gewürzmarkt (Gold Souk / Spice Souk).

14. Tag, 02.07.2001

Mietwagentour an die Ostküsten nach Fujairah und Abreise.



Hier klicken für die Bildergalerie (276 Bilder)

Hier geht es zum Blog

Hier geht es zur Startseite

Kommentare bitte an daniel@borgmann.tv
Letzte Änderung am 09.11.2002

Texte & Bilder (c) by Daniel Borgmann